| Die Lokale Agenda existiert seit 1995.
Die Arbeitskreise treffen sich zur Bearbeitung agendarelevanter Themen regelmäßig alle 4
Wochen. Derzeit existieren 6 (8) Arbeitskreise mit je 6-19 Bürgern. Den Arbeitskreisen
obliegt es, gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung Ziel- und Handlungsvorschläge für eine
zukunftsfähige Weiterentwicklung der Gemeinde Unterhaching (= Agenda 21) zu erarbeiten. Wir,
und noch viele weitere Helfer, engagieren uns ehrenamtlich für Sie in der lokalen Agenda
21 Unterhaching um unseren Ort aktiv mitzugestalten. Informieren Sie sich auf unseren
Seiten über unsere Themen in den Arbeitskreisen und treten Sie mit uns in Kontakt. Wir
freuen uns auf Sie!
Mitglieder des Sprecherkreises
Agenda 21 - Was ist das?
Die Agenda 21 geht auf eine Vereinbarung von 175 Staaten im Jahre 1992 in Rio de
Janeiro zurück. Sie beschreibt die Tagesordnung der Weltgemeinschaft (AGENDA) für das
21. Jahrhundert. Angesichts der Bedrohung der für ein menschliches Leben auf unserem
Planeten notwendigen Lebensgrundlagen hatte sich die UNO zum ersten Mal zum Prinzip der
Nachhaltigkeit bekannt. Nachhaltigkeit kommt als Bewirtschaftungsmethode aus der
Forstwirtschaft und bedeutet, dass man nicht mehr Bäume einschlagen darf, als im gleichen
Zeitraum entsprechend nachwachsen. Dieses Prinzip auf alle Ressourcen unseres Planeten zu
übertragen und die sozialen und ökonomischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, ist die
globale Kernherausforderung der Weltgemeinschaft für das 21. Jahrhundert. Dieses Prinzip
wird seit dem mehr und mehr zum Inhalt praktischer Politik global und lokal
findet seinen Höhepunkt in Deutschland durch die aktuell in Entwicklung befindliche
Energiewende.
Kapitel 28 der Agenda 21 von RIO empfiehlt den Staaten, auf kommunaler Ebene
Bürgerforen in Form einer Lokalen Agenda 21 zu gründen, die sich darum bemühen soll,
vor Ort im Konsens aller Bürger das praktische Handeln nach den Prinzipien der
Nachhaltigkeit auszurichten.

Die Entstehungsgeschichte der Lokalen Agenda 21 Unterhaching
Was war davor?
Unterhaching liegt am südlichen Stadtrand von München. Seit 1965 hat sich die
Gemeinde vom landwirtschaftlich geprägten Dorf mit ca. 5.000 Einwohnern in eine Kommune
mit ca. 20.000 Einwohnern verwandelt.
Mitte der 80er Jahre regte sich in der Bürgerschaft der Wunsch eines Mitspracherechts
bei kommunalen Entscheidungen. Beispielsweise bildete sich Mitte der 80er Jahre ein
Diskussionskreis zum Thema Umweltfragen und Bewahrung der Schöpfung, initiiert durch die
KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung) der Pfarrgemeinde St. Alto.
Auch die politische Gemeinde griff ab diesem Zeitpunkt das Thema lokale Umweltpolitik
verstärkt auf. So wurden zwischen 1984 und 1990 beispielhafte Einrichtungen wie
verkehrsberuhigte Zonen, eine Grünplanung, eine Baumschutzverordnung, flächendeckende
Einrichtungen für die Mülltrennung und ein vom Gemeinderat berufener Umweltbeirat
beschlossen. Bereits ab 1990 wurde auf Wunsch der Bürger eine Stelle für eine kommunale
Umweltbeauftragte und ein jährlich stattfindender Umwelttag eingerichtet. Einen Vorschlag
der Bürger zur kommunalen Energiesparförderung setzten Gemeinderat und Verwaltung 1992
in ein vorbildliches Förderprogramm um, u.a. für effiziente Energiesysteme,
Niedrigenergiehäuser und Alternativenergien. Zudem errichtete die Kommune ein
Blockheizkraftwerk sowie Solarthermik- und Regenwassernutzungsanlagen und ordnete die
energetische Untersuchung kommunaler Gebäude an.
Wie kam's dazu?
Ausschlaggebendes Ereignis für den Agendaprozess in Unterhaching war ein
Informationsabend des Umweltbeauftragten der Erzdiözese München im März 1995, bei dem
zur Gründung eines Agendaforums aufgerufen wurde.
Im Juli 1995 riefen daraufhin ca. 20 Personen ein Agendaforum ins Leben. Beteiligt
waren neben kirchlichen Gruppen u.a. auch die Volkshochschule, ortsansässige Vereine,
Parteien und Umweltverbände. Ziel war es, die Forderungen des Kapitels 28 der Agenda 21
des Umweltgipfels von Rio auf kommunaler Ebene umzusetzen. Protokolle der monatlichen
Treffen des Agendaforums wurden dem Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung zugeleitet.
Im September 1995 übernahm der damalige 1. Bürgermeister Walter Paetzmann die
Schirmherrschaft und wirkte aktiv als Bindeglied zwischen Gemeinderat und
Gemeindeverwaltung auf der einen Seite und Bürgerforum auf der anderen Seite mit. Als
Ansprechpartner in der Verwaltung wurde das Umweltamt der Gemeinde benannt. Dringlichste
Aufgabe war zunächst die Bevölkerung, den Gemeinderat und die Verwaltung über die
Agenda 21 zu informieren. Beispielsweise wurde mit der Ausarbeitung eines Logos begonnen
und eine Präsentation der kommunalen Agenda 21 im Oktober 1995 am Umwelttag organisiert.
Bereits im Oktober 1995 berichtete die Presse ausführlich über die lokalen
Agenda-Aktivitäten. Das Logo der Agenda 21 Unterhaching wurde mittlerweile von mehreren
Nachbargemeinden sowie dem Landkreis München übernommen.
In der Zeit vom Oktober 1995 bis April 1996 erarbeitete das Agendaforum eine
Organisationsstruktur, die in einer Satzung manifestiert wurde. Am 20. November 1995
konnten aufgrund des regen Zuspruchs - mittlerweile hatte sich die Zahl der Aktiven
verdoppelt - fünf Arbeitskreise gegründet werden. Inzwischen hat der Arbeitskreis
Bildung und Kommunikation seine Arbeiten abgeschlossen und sich aufgelöst und der
Arbeitskreis Siedlung, Verkehr und Wirtschaft hat sich in zwei Arbeitskreise aufgeteilt.
Darüber hinaus ist der Arbeitskreis Eine Gemeinde - Eine Welt neu hinzugekommen.
Arbeitskreise der Lokalen Agenda 21

Zudem wurde eine Vollversammlung (Bürgerforum) eingerichtet, die seit diesem Zeitpunkt
vierteljährlich öffentlich zusammenkommt.
Die Lokale Agenda existiert seit 1995. Die Arbeitskreise treffen sich zur Bearbeitung
agendarelevanter Themen regelmäßig alle 4 Wochen. Derzeit existieren 6 Arbeitskreise mit
je 6-19 Bürgern. Der AK Jugend wartet auf eine erneute Belebung. Den Arbeitskreisen
obliegt es, gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung Ziel- und Handlungsvorschläge für eine
zukunftsfähige Weiterentwicklung der Gemeinde Unterhaching zu erarbeiten
Lokale Agenda 21 Wie messen wir den Erfolg
Mit Hilfe von Indikatoren wird die Zukunftsfähigkeit gemessen und der Fortschritt der
gesteckten Ziele beobachtet und geprüft. Die Gemeinde Unterhaching ist derzeit auch als
Modellgemeinde bei dem Forschungsvorhaben Nachhaltigkeitsindikatoren für die Orts-
und Regionalplanung beteiligt. Die Indikatoren (z.B. Stromverbrauch pro Kopf) werden
mittlerweile jährlich erhoben und in den Zahlenspiegel der Gemeinde integriert.
Lokale Agenda 21 Unterhaching - Wie wir zusammenarbeiten.
In der Vollversammlung des Bürgerforums unterrichten die einzelnen
Sprecher der Arbeitskreise die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der Arbeiten.
Ideen aus der Bürgerschaft werden entgegengenommen und so der Diskussionsprozess mit den
Bürgern angeregt. Die Fortschreibung und Verfolgung dieser Einfälle werden in einem
Ideenspeicher dargestellt. Die in die Vollversammlung eingebrachten Ideen werden in den
Arbeitskreisen bearbeitet. Jeder ist eingeladen, für seine Idee mitzuarbeiten. Die Runde
der Arbeitskreissprecher erarbeitet gemeinsam mit dem Sprecher der Vollversammlung aus den
Ideen Anträge, die ggf. nach Zustimmung der Vollversammlung im Agendabeirat der
Gemeindeverwaltung bzw. dem Gemeinderat vorgestellt werden.

Der Agendabeirat
Der Agendabeirat berät im Vorfeld über die Empfehlungen und Anträge
für den Gemeinderat bzw. die Gemeindeverwaltung. Er setzt sich zusammen aus den Sprechern
der Arbeitskreise, dem Sprecher der Agenda 21 und drei Umweltbeauftragten der Fraktionen.
Der Vorsitzende des Agendabeirates (im Wechsel ein Umweltbeauftragter) ist verpflichtet,
den Antrag - wenn der Agendabeirat zugestimmt hat - im Gemeinderat zu stellen. Darüber
hinaus steht der Agendabeirat, wie auch die Agenda 21, den Bürgern für die Beantwortung
aller einschlägigen Fragen zur Verfügung. Die Anträge des Agendabeirates sind von den
zuständigen Gremien zu behandeln, d.h. der Gemeinderat stimmt letztendlich über den
vorliegenden Antrag ab und erteilt dem Bürgermeister die entsprechende Weisung zur
Umsetzung. Die Bürgerbeteiligung und die Rechte des gewählten Gemeinderates sind damit
gewährleistet.
Der Agendabeirat berät den Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung zu allen kommunalen
Entscheidungen. Er hat ein Anhörungsrecht durch den Gemeinderat und die -Verwaltung. Dies
bedeutet, dass jeder Antrag des Agendabeirates von den Entscheidungsträgern in Rat und
Verwaltung bearbeitet und mit einer Stellungnahme bedacht werden muss.
Er wird von Funktionsträgern besetzt. Die Namen rotieren daher entweder im jährlichen
Turnus oder zumindest im Turnus der Wahlperiode.
Im Agendabeirat sind folgende Mitglieder:
- Frau Gertraud Schubert (Grüne)
- Frau Elisabeth Deindörfer (CSU)
- Herr Harald Nottmeyer (SPD)
- Herr Bernhard Heidacher (FW)
- Herr Bernard Maidment (F.D.P.)
- Herr Günter Staudter (Heimatpfleger)
- Herr Hermann Mader (Sprecherkreis)
- Frau Ellen Schlingmann (Sprecherkreis)
- Frau Beate Teichmann (Sprecherkreis)
- Herr Horst Later (Sprecherkreis)
- Herr Klaus Schulze-Neuhoff (Sprecher der Lokalen Agenda)
Der Beirat trifft sich vierteljährlich, in der Regel nach der jeweiligen
Vollversammlung, damit Anträge aus der Vollversammlung unmittelbar in den Agendabeirat
geleitet werden können. Die Sitzungen sind nicht öffentlich.
Um das Ganze abzurunden und um entsprechende Zuschussanträge stellen zu können
erfolgte im Dezember 1997 zusätzlich die offizielle Beschlussfassung des Gemeinderates
zur Lokalen Agenda 21.
Der Treffpunkt
Mit dem Treffpunkt e.V. haben wir seit 2008 einen Trägerverein für einen Treffpunkt
im Ortszentrum, der Mittelpunkt und Ausgangspunkt für bürgerschaftliches Miteinander
sein soll, also einem Miteinander, welches sich den Prinzipien des Gemeinwohls unter
Beachtung der Agenda 21 verpflichtet weiß. Mit diesem Treffpunkt soll die Vernetzung
hinein in die Bürgerschaft, seine Vereine und seine Organisationen gefördert werden. Der
Treffpunkt ist somit der gesellschaftliche Arm einer Lokalen Agenda, die sich auf der
anderen Seite mit den Entscheidungen der Kommune zu befassen hat.
Die Geschichte der Agenda-Eiche
Im Herbst 1997 pflanzten engagierte Unterhachinger eine Stiel-Eiche,
die sie der Lokalen Agenda 21 widmeten (Google
Link zum Standort). Eichen gehören zu den langlebigsten und widerstandsfähigsten
Bäumen unserer Region. Diese Attribute stehen sinnbildlich für die Idee der Agenda
21, d.h. ihre zeitliche Ausrichtung und die Stetigkeit und Beständigkeit , mit der diese
Idee zum Maßstab unseres Handelns werden muss.

Dank gebührt der Baumspenderin Frau Gabriele Weise
und den Akteuren der Pflanzaktion Werner Reindl, Josef Scheuerer und Eduard Perovec
(verstorben im Jahre 2010)
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